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Thema: Was gerade nervt...

  1. #13606
    Moderator Avatar von zickzack
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    Zitat Zitat von faxefaxe Beitrag anzeigen
    Zickzack hat keine Lust, ist ja sein gutes Recht, zu begründen, warum die EU ein asoziales Arschloch ist.
    Das hat mit Lust nichts zu tun, nur mit der Schwierigkeit, politische Themen online zu diskutieren.
    "Wir", also "der Westen", "die EU" stellen uns meistens hin, als ob wir die Moral mit Löffeln gefressen haben. Christlich und damit gut, sind wir sowieso. Wo sind aber die christlichen Werte, wenn man sie mal brauchen würde? Solidarität mit Italien wäre im Fall von Mare Nostrum, Solidarität mit den Flüchtlingen. Das nicht zu leisten, ist in meinen Augen asozial. Wenn dir ein anderes Wort lieber ist, kannst es einsetzen.
    Zitat von Volker Pispers
    Was glauben Sie, was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist?

  2. #13607
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    Zitat Zitat von zickzack Beitrag anzeigen
    Das hat mit Lust nichts zu tun, nur mit der Schwierigkeit, politische Themen online zu diskutieren. >
    ja, so war auch mein "kaum möglich" gemeint.
    Wenn man sich jetzt auf die Kostenverteilung einigt, ist doch das Problem nicht ansatzweise behoben, weil es darum ja nicht wirklich geht.
    Es geht ja auch darum, in welche Länder die Flüchtlinge dann kommen, etc pp.

    Wäre christlich für Dich alle-alle aufzunehmen oder wie wäre da der christliche Weg für Dich?

    Man könnte es ja selbst als zynisch betrachten, die Flüchtlinge in Nordafrika in windige Boote steigen zu lassen, um die Überlebenden dann vor den Grenzen Italiens aufzufischen. Humaner wäre es, die Flüchtlinge gleich in Nordafrika mit Schiffen abzuholen (das meine ich nicht zynisch!).
    Aber dann wäre der Druck (es gehen ja eher die Stärkeren und besser ausgebildeten) in den Ländern noch größer, für die Daheimgebliebenen wäre es womöglich nicht die sozialste Lösung.

    Natürlich ist in Europa noch Platz für mehr Flüchtlinge - es fordert ja kaum jemand relevantes einen Stopp. Deutschland zum Beispiel nimmt aktuell zehnmal soviele auf wie vor ein paar Jahren. Wo da die Grenze ist, ist ganz schwer zu definieren. Man kann sagen, es macht nix, wenn in Dörfern der Sportunterricht ausfällt, weil die Hallen mit Flüchtlingen voll sind, wenn es Leben rettet. aber auch die sind irgendwann voll.

    Insofern finde ich die aktuelle Diskussion (nicht die hier, sondern die, die ich bei Facebook verfolge) überhaupt nicht hilfreich für meine Meinung. Es ist sehr leicht, die EU, Italien, Deutschland und was weiß ich zu beschimpfen aus dem Sofasessel heraus (in einem Wohnzimmer, in dem man auch noch keinen Flüchtling aufngenommen hat).

    Nochmal: Ich bin dafür, im Meer zu retten, das zu bezahlen, und noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen.
    Aber hier von asozial und unchristlich zu reden, ist eine sehr hohe Warte.
    Zitat Zitat von overdressed0306 Beitrag anzeigen
    wann hört ihr eigentlich musik? irgendwie sind immer alle online in diesen foren...

  3. #13608

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    Ist das jetzt sehr böse, wenn ich naiverweise frage was der Westen unternimmt, damit die eventuell GAR NICHT flüchten?

  4. #13609
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    Böse ist das nicht.
    Also was tun?
    Zitat Zitat von overdressed0306 Beitrag anzeigen
    wann hört ihr eigentlich musik? irgendwie sind immer alle online in diesen foren...

  5. #13610
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    Das wär sogar nachhaltig und vermutlich der beste Weg. Aber eben auch der schwierigste.
    "Look at all the space on her side of the bed. You could fit a giant penguin over there. That’d be weird though."

    Chandler Muriel Bing

  6. #13611
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    Man muss es versuchen, aber ich glaube a) dass "der Westen" nicht alle Probleme der Welt lösen kann (bestenfalls Anstöße geben kann) und dass er b) auch nicht für alles Unglück in dieser Welt verantwortlich ist (wenn auch für einiges)
    Zitat Zitat von overdressed0306 Beitrag anzeigen
    wann hört ihr eigentlich musik? irgendwie sind immer alle online in diesen foren...

  7. #13612
    Moderator Avatar von zickzack
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    Sehe gerade, dass der Text den ich schrub nicht gesendet wurde. Meiner Meinung nach hat "der Westen" viel zu der Flucht beigetragen.
    Zitat von Volker Pispers
    Was glauben Sie, was in diesem Land los wäre, wenn mehr Menschen begreifen würden, was hier los ist?

  8. #13613
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    In der aktuellen Zeit ist ein sehr guter ganzseitiger Aufsatz über den politischen Islam von einem jordanischen Journalisten.
    Interessant ist, dass der Westen bei seiner ursachenforschung (für das Elend der Araber) praktisch überhaupt nicht vorkommt.
    Mal eine andere Perspektive, lohnt sich zu lesen.
    Zitat Zitat von overdressed0306 Beitrag anzeigen
    wann hört ihr eigentlich musik? irgendwie sind immer alle online in diesen foren...

  9. #13614
    Other instruments Avatar von Lostflowerboy
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    Danke für den Hinweis

  10. #13615
    Other instruments Avatar von Lostflowerboy
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    Zitat Zitat von zickzack Beitrag anzeigen
    Sehe gerade, dass der Text den ich schrub nicht gesendet wurde. Meiner Meinung nach hat "der Westen" viel zu der Flucht beigetragen.
    Ich wollte hierzu eigentlich mal nichts schreiben, aber ihr wisst ja, wie das ist

    Für mich gibt es bei der Thematik drei wesentliche Aspekte, die man - in diesem Fall mit konkretem Bezug zu Afrika - betrachten muss:

    1. Die Schuldfrage
    Das wird ja immer als Fakt in den Raum gestellt, dass "wir" die Hauptschuld an der Situation in Afrika tragen. Ich habe mich zu dem Thema ja schon einige Male geäussert, darum fasse ich mich kurz: So schlimm viele Aspekte des Kolonialismus waren und so sehr auch "der Westen" in den letzten Jahrzehnten Fehler gemacht hat (z.B. an ziemlich kruden Diktatoren festgehalten, solange sie sich westlich gaben, z.B. Mobuto im damaligen Zaire) und immer noch macht (Die Agrarsubventionen von USA und EU sind für viele afrikanische Staaten sehr verhängnisvoll), so wenig können diese als Hauptfaktoren des immer noch schwachen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsstandes der meisten afrikanischen Staaten überzeugen. Dort wo die Kolonialstaaten relativ strikt eine eigene Verwaltung implementiert haben, findet heute ein durchaus beachtlicher Aufschwung statt, dort wo dies nicht gelang (z.B. weil die Gebiete zu unwegbar waren oder einheimische Machtstrukturen - v.a. in den muslimischen Gebietes der Subsahara - weitgehend erhalten wurden) fehlen bis heute überwiegend jegliche positive Impulse. So war ja beispielsweise Äthiopien als jahrzehntelang ärmste Land Afrikas niemals eine Kolonie. Gründe für die Unterentwicklung sind eher ein nach wie vor ungebremstes Bevölkerungswachstum (etwa 25-30 Millionen Menschen Bevölkerungszuwachs pro Jahr), Korruption, verfehlte (zumeist sozialistische) Entwicklungskonzepte, eine viel zu geringe Einbindung in die Weltwirtschaft (was gegen die gängige Ausbeutungsthese spricht) und eine fehlende Etablierung und Akzeptanz der Nationalstaaten durch die Bevölkerungen. Seit diese Hemnisse erkannt wurden und angegangen werden, geht es auch wirtschaftlich und sozial bergauf, wenn auch noch nicht überall und natürlich von einem sehr niedrigen Niveau aus.
    Abgesehen davon, die Golfstaaten finanzieren in Afrika die Ausbreitung ihrer fundamentalistischen Islaminterpretation und pachten riesige Agrarflächen an, Indien tut letzteres ebenfalls und China beutet skrupellos die Rohstoffe aus, wobei die gesamte Wertschöpfung über chinesische Firmen und Arbeitskräfte erfolgt, währen der Westen längst demokratische Reformen zur Bedingung für Wirtschaftshilfe gemacht hat. Das alles wird seltsamerweise bei der Flüchtlingsthematik kaum thematisiert.

    2. Tun wir genug?
    Auch da wird mir zu pauschal eine fehlende Solidarität in den Raum gestellt. Dabei hat der Westen in den letzten Jahrzehnten gigantische Summen als Entwicklungshilfe in Afrika investiert, technische Hilfe geleistet, die Gesundheitswesen gefördert etc etc. Wie hilfreich das alles war, steht auf einem anderen Blatt, aber dass "wir" nichts tun oder unsolidarisch sind, ist unwahr. Im konkreten Fall Deutschlands muss man dann z.B. noch beachten, dass wir ja bereits einen umfangreichen Länderfinanzausgleich finanzieren, mit Abstand größter Nettozahler der EU sind, die Wiedervereinigung zu schultern hatten und noch einer der größten (gar der größte?) Geber von Privatspenden weltweit sind. Da finde ich es oberflächlich, die staatliche Entwicklungshilfe mit Ländern wie Norwegen, Schweiz o.ä. zu vergleichen. Und wir müssen akzeptieren, dass trotz aller Bemühungen auf Jahrzehnte ein starker wirtschaftlicher Wanderungsdruck aus Afrika (und natürlich auch anderen Regionen) nach Europa bestehen wird, dem wir uns politisch stellen müssen, da verkommt dann die Forderung, wir müssten einfach nur vor Ort mehr tun und das Problem würde sich von alleine lösen zu einem leeren Credo.


    3. Flüchtlingsaufnahme als Lösung
    So sehr einen die Bilder von Bootsflüchtlingen aufwühlen, man muss sich eben rational der Frage stellen, wieviele und welche Flüchtlinge man aufnimmt und was man damit für ihre Herkunftsregionen bewirkt.
    Als konkretes Beispiel: Ein heute 24-jähriger Somali ist in einer tribalistischen Anarchie mit marodierenden Banden ohne funktionierenden Zentralstaat aufgewachsen und wurde in einem geschlossenen islamistischen Weltbild erzogen. Eine Integration in unsere Gesellschaft ist entsprechend schwierig und die damit verbundene Perspektivlosigkeit lässt ihn u.U. zu einem leichten Opfer der organisierten Kriminalität oder islamistischer Gruppen werden.
    Wenn Europa - wie derzeit - vorwiegend Wirtschaftsflüchtlinge mit schlechter Integrationsperspektive aufnimmt, die mit Hilfe von Schleuserbanden hier ankommen, leistet man aufgrund der damit verbundenen Folgeprobleme und Belastungen der Toleranz und der Hilfsbereitschaft hierzulande auf Dauer einen Bärendienst. Auf der Strecke bleiben dann die wirklichen politischen und religiös Verfolgten, für die dann kein Geld, kein Platz und keine Hilfsbereitschaft mehr übrig sind. Um das zu ändern braucht es aber eine proaktive, gemeinsame, koordinierte Flüchtlingspolitik Europas mit klaren Regelungen und Kriterien für die Aufnahme von Flüchtlingen. Und eben auch den Willen, abgewiesene Flüchtlinge auch wirklich abzuschieben (was derzeit in Deutschland nur in etwa 10% der Fälle passiert). Man muss sich dabei nicht als guter Mensch fühlen, aber ein "weiter wie bisher" oder gar eine weitgehend ungebremste Aufnahme von Flüchtlingen ist die auf Dauer fatalere Alternative.

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