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Thema: NEWS

  1. #8836
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    Die Schuldfähigkeit Breiviks wurde ja erst mit dem Urteil festgestellt. Vorher habe ich aber keine Diskussion über die Namensnennung mitbekommen.
    Mein Eindruck ist, das seine Tat irgendwie als böser bewertet wurde, die jetzige als Selbstmord (und nicht primär als Tötung von 149 Menschen)

  2. #8837
    Avatar von JoseLopez
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    Zitat Zitat von faxefaxe Beitrag anzeigen
    Mein Eindruck ist, das seine Tat irgendwie als böser bewertet wurde, die jetzige als Selbstmord (und nicht primär als Tötung von 149 Menschen)
    Ganz ehrlich: Um das "böser" zu diskutieren zu können (geht das überhaupt, muss da die reine Opferzahl dann als Gradmesser dienen?) fehlt uns hier eine ganze Menge an Informationen.
    Reicht es am Ende nicht, dass es schlimm ist?
    Zitat Zitat von burnedcake Beitrag anzeigen
    Das rauscht gnadenlos und sehr modern an mir vorbei.

  3. #8838

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    Es reicht...

  4. #8839
    Avatar von JoseLopez
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    Endlich. Ein Basta.
    Zitat Zitat von burnedcake Beitrag anzeigen
    Das rauscht gnadenlos und sehr modern an mir vorbei.

  5. #8840
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    Zitat Zitat von JoseLopez Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich: Um das "böser" zu diskutieren zu können (geht das überhaupt, muss da die reine Opferzahl dann als Gradmesser dienen?) fehlt uns hier eine ganze Menge an Informationen.
    Reicht es am Ende nicht, dass es schlimm ist?
    Worauf willst Du hinaus?
    Meine Frage ist ja, warum bei Breivik nicht die Namensdiskussion aufkam.

  6. #8841
    off the road Avatar von Quork
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    Ich habe eben mal ein bisschen nachgelesen und bei Breivik war innerhalb eines halben Tages nach dem Attentat der Vorname mit Nachnamenkürzel bekannt, später am gleichen Tag dann der volle Name. Also ähnlich schnell nach dem Geschehen und bevor von der Polizei mehr zu hören war, als dass er ein Tatverdächtiger war. Insofern ist die Situation schon vergleichbar.

    Ich glaube aber, dass die Frage, ob die Namensdiskussion beim einen oder anderen Fall geführt wird, nicht zwingend darauf schließen lässt, ob die Nennung vernünftig ist. Worauf die Diskussion heute aber schon schließen lässt ist, dass unsere Medien momentan durch ein allgemeines Klima der informationellen Verunsicherung unter verstärkter Beobachtung und Kritik stehen. Was ja erst mal nichts grundsätzlich Schlechtes sein muss, auch wenn es ehrlichen Journalisten gegen den Strich gehen wird. Wenn das 2011 nicht so war, dann muss das nicht bedeuten, dass die Namensnennung damals oder auch im Fall Beate Zschäpe deshalb richtig war.

    Ich tue mich mit einer Entscheidung immer noch schwer, frage mich aber auch, ob es der Berichterstattung wirklich so sehr schaden würde, wenn man beim Initial bliebe und die Menschen verpixelte. Natürlich packt einen das als Leser nicht so sehr, wenn der Bösewicht in der Geschichte ein Fettfleck auf der Linse ist. Aber ich denke, es handelt sich da auch ein bisschen um einen Erziehungseffekt. Wenn es keine Bilder von Massenmördern gibt, gibt es sie eben nicht, und dann erwartet man sie vielleicht auch nicht. Wenn man das dann noch vernünftig begründen kann (keine Plattform für nach Aufmerksamkeit haschende Mörder z.B.), dann würde ich das so schlimm nicht finden.
    the sleaziest sleaze of the seven seas

  7. #8842
    Avatar von sugate
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    Thumbs up !

  8. #8843
    freibeuter Avatar von faxefaxe
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    Am zweiten Absatz stimmt viel.
    Auch, dass sich so Praktiken mit der Zeit ändern können.

    Ich bin mir aber weiter unsicher, ob in so einem Fall wirklich Täter (und notgedrungen ihre Angehörigen) bei so bewegenden Fällen eine Art Recht am eigenen Bild/der Privatsphäre haben. Die Gesellschaft hat vielleicht auch das Recht zu erfahren, wer es war. Mit Namen und Bild hat man wirklich ein besseres Bild finde ich. Und konsequenterweise müsste man dann alles unterlassen, was die Identifizierung ermöglicht.

    Auch das Bankgeheimnis war lange heilig, es geht aber auch ohne. Man muss oft verschiedene Rechte abwägen.

    Aber das gilt für mich nur für die Fälle von hohem öffentlichen Interesse (bei NS-Verbrechen zb finde ich es auch richtig), und dann wird es natürlich immer Diskussionen um die Grenzziehung geben.

  9. #8844
    off the road Avatar von Quork
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    Mir geht's zusätzlich zu der Frage nach dem Recht am eigenen Bild auch um die Frage, ob man vielleicht mehr gesellschaftlichen Schaden anrichtet, als ihn zu beheben, wenn man Menschen wie zum Beispiel Breivik, die sich durch ihre Taten ein einmaliges, schauriges Hervorstechen aus der absoluten sozialen Mittelmäßigkeit erhoffen, im Grunde ihren Wunsch erfüllt. Aber das ist das gleiche Dilemma wie mit anderen politischen Terrorattentaten, über die man berichten muss, während man dabei den Wunsch der Terroristen nach Panikmache erfüllt. Schwierig und wohl kaum zu beheben.
    the sleaziest sleaze of the seven seas

  10. #8845
    I Am The Walnuss Avatar von Senator Axl Rose
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    Zitat Zitat von tenno Beitrag anzeigen
    in diesem fall sind die floskeln aber auch die begrenzungspfähle des zauns zwischen verdacht und bestätigung.
    es mag sein, dass journalisten formell nicht der juristischen unschuldsvermutung unterworfen sind. dass sie aber die missachtung derselben auch noch mit journalistischer ethik begründen, ist mehr als nur ein schlechter witz.
    freund. *grunz*
    Zitat von Von Krolock
    Eigentlich ist es mir egal. ich mag Tocotronic recht gerne, wären sie Neger, wären sie wohl deutlich besser, aber egal.

  11. #8846
    Kein typischer ME-Leser! Avatar von Akri
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    Die Medien sollten bei ihrer Berichterstattung zwischen Persönlichkeitsschutz und Informationsinteresse abwägen und dem schutzwürdigeren Interesse den Vorrang einräumen. Die Art der Berichterstattung darf nicht zu einer Vorverurteilung führen. Der Verdacht, jemand könne eine Straftat begangen haben, ist da schon deutlich von einem tatsächlich erfolgten gerichtlichen Schuldspruch zu trennen.

    Ein öffentliches Interesse ist je nach Fall durchaus gegeben. Es ist nicht gewollt, dass jeder scheinbare Ladendieb oder Steuerhinterzieher gleich mit Foto und Namen in der Zeitung an den Pranger gestellt wird. Da muss weitaus mehr vorliegen! Spätestens aber wenn es bei einem Ereignis zur weltweiten Berichterstattung kommt, liegt eben auch deutlich mehr vor.


    Juristisch ist die Frage der Namensnennung aus meiner Sicht eh geklärt. Einerseits ist dies eh keine rechtliche, sondern eine (presse)ethische Frage. Andererseits ist der Co-Pilot mutmaßlich tot. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht endet jedoch mit dem Tod, dem Ende der Rechtsfähigkeit. Seine Angehörigen könnten im Sinne des Grundgesetzes (Schutz der Menschenwürde) fortan noch „grobe Verzerrungen seines Lebensbildes“ juristisch verfolgen lassen. Den Eltern des Piloten steht zu, dass eine Durchleuchtung ihres Privatlebens durch die Medien unterbleibt, da sie – anders als ihr Sohn – eben nicht Teil dieses zeitgeschichtlichen Ereignisses sind.


    Die Meinungs- und Pressefreiheit muss es ermöglichen, über Unglücke wie die von Germanwings sehr umfassend zu berichten. Derjenige, der mutmaßlich für diese Katastrophe mit verantwortlich ist, spielt dabei eine sehr entscheidende Rolle. Ich kann daher verstehen, dass das Informationsinteresse am Namen, den Motiven und auch den näheren Lebensumständen des Piloten extrem groß ist. Nicht nur die Angehörigen der Opfer stellen sich hier die Frage nach dem Warum und erwarten Antworten.
    Weniger ist mehr.

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